 | Reisebericht 04.01.08
- 06.01.08
4.1.2008 Quito Zumbahua
Gemuetliches, voellig ueberteuerertes Fruehstuck auf der
Tourimeile
in Quito. Satte 6$ fuer beide inkl. Saft. Aber wir haben das mit dem
Hotel fuer 12$ wieder rausgeholt. Oder besser, wir hatten
das
Gefuehl nach dem Hotel fuer 12$ (es war wirklich keine 12$ Wert) uns
etwas goennen zu muessen. Christoph geht "nur eine 1/2 Stunde" ins
Internetcafe und Martin macht sich unterdessen ueber Touren in den
Amazonas schlau. Nach der "nur eine 1/2 Stunde" werden die
Infos
ausgetauscht. Die angebotenen Touren hoeren sich alle sehr interessant
an, aber mit unserer Zeitplanung lassen sie sich nicht vereinbaren. Kurzentschlossen
ziehen wir also los in Richtung Sueden. Wir wollen in den Nationalpark
Cotopaxi. Der soll Campingmoeglichkeiten auf 4200m bieten. Waere ja so
schoen unser "Uebergepaeck" endlich mal zum Einsatz kommen zu lassen. Die
Strasse zum Parkeingang (Bild Ecuador 2 nicht aufzuhalten)
und Martins Erzaehlungen von den Lamas von seinem letzten Besuch
steigert die Erwartungen noch. Jedoch nimmt uns ein Parkwaechter (oder
einer der sich als solcher ausgab) die Freude. Motorraeder sind seit
kurzem im Nationalpark nicht mehr erlaubt. Auch Christophs Rehaugen
haben dabei nicht weitergeholfen. (Wir haben spaeter herausgefunden,
dass organisierte Motorradtouren im Nationalpark die Sau rausliessen
und sich an keine Wege und Regeln hielten. Jetzt muessen dafuer alle
buessen). Tja, waere ja auch zu kalt geworden, 4200m und im
Zelt
uebernachten, besser so. Und der Cotopaxi ist ja auch im Nebel. Also
ein paar Fotos schiessen und beim Weiterfahren neue Plaene schmieden. Neuer
Plan; die empfohlene 200km Rundfahrt ueber Zumbahua bereits heute
anzugehen. Schnell finden wir den Abzweiger und beginnen uns in die
Hoehe zu fahren. Bis auf 4012m und es ist unglaublich, hier hat es
immer noch bewirtschaftete Felder. Ab und zu hockt ein Indio/a am
Strassenrand in der Einoede und warten, ... auf weiss ich was , wie im
Film! Die Sonne geht dem Horizont entgegen und es sind unglaubliche
Bilder die wir waehrend der Fahrt geniessen duerfen. Schon
bei
Dunkelheit verpassen wir beinahe die "Abzweigerstrasse" nach Zumbahua.
Am Dorfplatz angekommen werden wir sofort umringt und mit vielen
Meinungen bezueglich Uebernachten bombardiert. Nach dem Filtern der
Infos, mitunter mit der Hilfe eines Ecuadorianischen Fuehrers, welcher
eine Hollaendische Trekking-Gruppe durch die Anden begleitet (auf
3500m!!!) wurde folgendes klar: Die Motorraeder koennen auf keinen Fall
draussen bleiben und fuer die Uebernachtung kommt nur eines der 4
Hostales in Frage. Fuer die Motorraeder wurde nach langem
hin und
her in einer italienischen Mission ein Platz gefunden (wurden in der
Schreinerei eingeschlossen) und wir tragen atemlos unser Gepaeck in den
1 Stock des von einer Indiofamilie gefuehrten Hotels. Bei
der
grossen Hoehe will jeder Schritt wohlueberlegt sein und fuehrt
unweigerlich zu Atemnot. Viel Spass noch den Hollaendern beim
Trekken!!!!
5.1.2008 Zumbahua Latacunga
Schon waehrend der Nacht hoeren wir lautstarkes Haemmern,
Schweine
quicken und Autos auf dem Dorfplatz vor unserer Bleibe rangieren. Das
laesst ja grosses Erhoffen fuer den Samstagsmarkt. Als wir aufstehen
und fruehstuecken wollen, ist der Speisesaal gestossen voll mit Indios,
welche Ihr Fruehstueck, Mittag- oder Abendessen zu sich nehmen. Eines
der unzaehligen Kinder der "Hotelfamilie" besorgt uns mit Muehe und Not
einen halben Tisch. Unter der Beobachtung von hunderten Indioaugen
haben wir unser Fruehstueck "genossen" (hoffentlich haben wir nicht zu
fest gesaeulet). Auf dem Marktplatz heftiges Treiben. Eigentlich
sagen Bilder mehr als Worte (Markt Zumbahua / Transportwesen). Nur
ein paar Worte.
-Das Schafe schlachten empfanden wir nicht als besonders eklig, der
Geruch dabei jedoch sehr. Der ist unbeschreiblich, wer den Tod schon
mal gerochen hat, weiss was wir meinen. Gesteigert jedoch wurde der
Geruch nur noch auf der "Food Plaza". Unbeschreiblich was man alles
kochen und dann auch noch mit offensichtlichem Genuss essen kann... Diesen
Geruechen musste Martin entfliehen, um nicht noch seinen (bereits
gekauten) Teil dazu beitragen zu muessen. Oder war es nur die 3500m die
ihm nicht bekamen?
-Der Abtransport der verkauften und nicht geschlachteten
Tiere war
unheimlich lautstark. Und Schweine koennen wirklich laut schreien! Auf
jeden Fall haette dieses Treiben bei jedem Schweizer Tierschuetzer zum
sofortigen Herzstillstand gefuehrt. Oder waere dies auch nur auf die
3500m zurueckzufuehren?
-Wunderbar auch die maennliche Naehertruppe, die auf
vorjahrundertlichen Schweizer Qualitaetsnaehmaschinen (Singer) fuer ein
paar cents alles wieder zusammennaehen, was zusammengenaeht gehoert.
Und dies unter freihem Himmel auf 3500m!
Nach 3 Stunden Marktherumtreiben und hunderten Fotos (wir
haben
nur die allerbesten aufs Netz gestellt. Auch wurden viele Nichts, da
wir nur aus der Huefte oder mit Tricks knipsen konnten, haben die
Marktbesucher bemerkt, dass sie fotographiert werden, wurde sofort
umgedreht abgewunken oder lautstark protestiert.)
Gegen Mittag fahren wir los um die vielgepriesene Rundfahrt
ueber
unzaehlige Ortschaften, deren Namen ich nicht mehr weiss und auch gar
nicht mehr wissen will, weiterzuverfolgen. Die folgenden
120km auf
Schotterpisten, Flussbeete und bestenfalls Kokosnussgrossem nassem
Pflasterstein, waren so anstrengend, dass wir der Landschaft keine
Sekunde Aufmerksamkeit widmen konnten, ohne dabei Gefahr zu laufen,
selbst ein Teil davon zu werden. Nach kraefteraubenden 6 Stunden!!!
kommen wir voellig erschoepft (geschuettelt und nicht geruehrt), aber
umfallfrei in Latacunga an.
6.1.2008 Latacunga Puyo
Wir wollen heute die Anden verlassen und in den Oriente
(Amazonasbecken) nach Puyo fahren. Wir hoffen von dort aus eine Tour in
den Amazonas machen zu koennen. Nachdem sich noch das ganze
Quartier bei Christoph zu einem sonntagmorgentlichen bierseeligen
Stelldichein eingefunden haben, fahren wir los. Mit vielen neuen
Freunden in Latacunga. Nach ein paar Kilometern faengt es an
zu
troepfeln. Wir schenken dem keine grosse Beachtung, das sind wir ja
gewohnt in Ecuador. Jedoch hoert der Regen nicht wie gewohnt bald
wieder auf, sondern wird immer staerker. Wir haben den Moment um die
Regenkleidung anzuziehen verpasst! Wir wollen nur noch eins, so schnell
als moeglich nach Puyo runter. So merken wir gar nicht, dass die
Vegetation sich um uns voellig veraendert und es so richtig "Urwaldig"
wird....... voellig durchnaesst, koemmen wir in Puyo an.
Nach
Bezug eines perfekten Hotels machen wir uns ungeachtet der Tatsache
dass es Sonntag ist auf, um eine Tour in den Amazonas zu Buchen. Die meisten Agenturen sind geschlossen, doch in einem Fall bringen uns hilfsbereite Nachbarn weiter. Der
Besitzer wird kurzerhand telephonisch zu seinem Laden beordert, wo er
alsbald im Fussballdress erscheint. Luis ist sehr sympathisch. Aus
Zeitgruenden schlagen wir zunaechst eine Zweitagestour vor, driften
dann jedoch ab in Richtung viertaegige Rundtour, fuer welche wir mit
dem Flugzeug weit in den Urwald fliegen wuerden. Luis will am naechsten
Morgen versuchen die Fluege zu organisieren.
| Christoph unfd Martin on Tour
Wir freuen uns auf weitere Berichte
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