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Reisebericht 11.01.08 - 13.01.08

11.1.2008 Puyo Cañas
Wir werden mit der Nachricht geweckt, dass wir sofort losmuessen. In 40min wird die einzige geteerte Zufahrtsstrasse zurueck in die Anden oder ueberhaupt zurueck in die Zivilisation (die Alternative waere ca. 600km Umweg, davon ca. 100km Piste) gesperrt, da Tungaruha (Vulkan bei Baños) wieder rumort (genau wie Christophs Bauch seit dem Amazonasausflug).
Sofort wird aufgestanden und wir beginnen zu packen. Martin, der sich gestern Abend schon nicht wohl gefuehlt hat, bemerkt, dass er Fieber hat und er sich wegen den Gliederschmerzen und dem Amazonastourmuskelkater kaum mehr bewegen kann. Aber wenn der Vulkan rumort, dann pressierts ohne Wenn und Aber.
Fast gepackt, bemerkt Christoph, dass Kreditkarte und Fahrausweis fehlen, wird alles nochmals ausgepackt. 1 1/2 Stunden spaeter geht's dann los. Mit Kreditkarte und Fahrausweis aber ohne Gewissheit ob die Strasse noch offen ist.
Wir hatten Glueck. Auch das Glueck Tungaruha beim rumoren aus naechster Naehe zuschauen zu koennen. Leider liessen unsere Gesundheitszustaende keine Fotostopps zu.
Laut Info's sollte der Weg bis an die Peruanische Grenze in 6 Std. zu machen sein. Ohne nachzukontrollieren (Gesundheitszustand und dadurch Kopf- und Willenlos) glauben wir daran und hoffen bis kurz vor die Grenze zu kommen.
Wir fahren am Chimborazo vorbei (Vulkan, Kegelfoermig wie im Bilderbuch, 6310m)(leider keine Fotos - Gesundheitszustand) und fahren und fahren. Es dunkelt ein und wir sind noch nirgends. Und nirgends auch nur die kleinste Moeglichkeit zu uebernachten. Die Strasse eine einzige Katastrophe. Genauso unsere Stimmung. Nach 2 Stunden Nachtfahrt durch tausende von Schlagloechern endlich eine Ortschaft mit Uebernachtungsmoeglichkeit. Wir fallen todmuede ins Bett und schlafen sofort ein. Das Stimmungstief sowie unsere Leiden haben hoffentlich ihren Tiefstpunkt erreicht.

12.1.2008 Cañas Loja
Beim packen der Motorraeder, stellen wir fest, dass sich unsere Gesundheitszustaende verbessert haben. Die Stimmung jedoch nicht. Wir fahren los, durch wunderbare Andenlandschaften, koennen diese aber gar nicht wirklich geniessen. Kommen am Abend in Loja an und geniessen wiedermal die "Stadt".
Von der Peruanischen Grenze sind sind wir nach wie vor 190km entfernt. Von wegen in 6 Std. von Puyo aus zu machen...

13.1.2008 Loja Piuva
Nach kurzem Baeckereistopp frueh los. Die 190km bis zur Grenze schaffen wir bis 13.00h. Wir fahren den Andenhaengen entlang. Sind auf gleicher Hoehe wie die Wolken, immer wieder mal fahren wir durch die Wolken, die langsam den Berg heraufkriechen. Ist die Strasse in den Hang gehauen, dann schleichen die Wolken ueber die Strasse hinweg und lassen uns durch einen Tunnel fahren. Naechste Kurve, stahlblauer Himmel, naechste Kurve dickster Nebel, naechste Kurve ein Wolkentunnel. Sagenhaft. Ich glaube dies kann man nur in den Anden erleben, da man sich meiner Meinung nach nirgends in solchen Hoehen auf Strassen mit Motorraedern herumtreiben kann. Zu schoen um es zu beschreiben. Man muss es selbst erleben.
Der Grenzuebertritt nach Peru ist entspannt. Profis, halt. 1 Std. aber wirklich ohne Hektik sowohl bei den Beamten wie auch bei uns, ist ja auch Sonntag und mittlerweile auf 900m wieder ueber 30C und schwuel. Die Weiterfahrt in Peru laesst uns erschrecken. Die Armut scheint noch um einiges groesser und 1 cm neben der Panamericana beginnt der Staub, welcher hier noch dicker und in groesseren Haufen vorhanden ist als in Ecuador. Und bereits ins Ecuador hat er uns manches z'Mittagessen erspart. Auf jeden Fall hatte man immer etwas zwischen den Zaehnen, auch wenn es nur geknirscht hat.
So das wars.
Ich muss schlafen und Dir wuensche ich einen schoenen Montagmorgen.
Gruss Martin










Christoph unfd Martin on Tour
Wir freuen uns auf weitere Berichte