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Reisebericht 01.01.08 - 03.01.08

1.1.2008 Pasto Otavalo
Ueberall in den Strassen sind die Abdruecke der verbrannten Puppen aus der Sylvesternacht zu sehen. Gespenstisch aber wir fahren einfach drueber.
Wir sind uns nicht sicher, ob die Grenze nach Ecuador heute geoeffnet ist. Nach den Erfahrung aus Mittelamerika denken wir, dass es fuer die Motorraeder unter Umstaenden sehr schwierig werden koennte.
An der Grenze angekommen werden wir wieder freundlich von unseren "Freunden" den trametores (oder so...) empfangen. Tja mit unserer Erfahrung im Ruecken und ihm kann ja gar nichts mehr schiefgehen.
Die Haende frisch gewaschen, um den, uns aus einschlaegiger Literatur angekuendigten Fingerabruck geben zu koennen, sind wir wirklich enttaeuscht, dass nur die uns entgegenkommenden schwarze Fingerbeeren haben. Tja, die wollen uns hier nicht anschwaerzen.
Alles klappt wunderbar, bis die Africa Twins an die Reihe kommen. Der sehr wohlbeleibte Herr vom Zoll fragt muerrisch nach den vorhandenen Ausweisen. Wir zeigen alles was wir so dabei haben und seine Miene wird immer finsterer und er meint unmoeglich heute den Zoll mit den Motoraedern zu passieren. Die Systeme waeren alle abgestellt. (Ich nehme an er meinte damit die Computer die nach einer heftigen Sylvesternacht, heute nicht arbeiten koennen. Meiner Meinung nach sieht eher unser Zoellner so aus...) Martin faengt an den tramedor (oder so...) zusammenzustauchen, er haette uns versichert wir kaemen heute ueber den Zoll (und das alles auf Spanisch), bis das gelbe Carnet de Passage (Zollgarantie) aus dem Papierhaufen hervorblitzt.
Ploetzlich hellen sich saemtlich Mienen auf und alles geht ganz schnell. Als dann wieder einmal alle Stempel gestempelt worden sind, meint der Zoellner mit einem leichten Laecheln, Martin solle noch mit dem tramedor (oder so...) sprechen. Dieser wiederum nimmt mich auf die Seite und meint, es sei unsere Schuld, dass dies hier alles so lange ging (wir reden hier von 5 min!!!) und muessten ihm jetzt je 10$ geben, welche er wiederum dem Zoellner geben werde. Dieser laechelt uns dabei freundlich ueber die Strasse an und zwinkert mit den Augen. Da platzt mir der Kragen. Ich verlange den Namen des Zoellners und drohe damit ihn bei seinem Vorgesetzten zu verpfeiffen. Er sei ein Dieb und wuerde sein Land bestehlen (ganz so wie ich das in den Antikorruptionsplakaten in Panama und Kolumbien gelesen habe). Wir reden nun nur noch ueber 5$. Ich gebe nicht auf und ploetzlich winkt der Zoellner, der, selbst aus der Ferne Lunte gerochen hatte, wie wild, wir sollen endlich durchfahren. Wir bezahlen den tramedor (oder so...) wie wir das von Jonas gelernt haben und machen uns fuer die Weiterfahrt bereit. Der tramedor (oder so...) bittet uns ein letztes Mal eindringlich und herzerweichend dem Zoellner doch wenigstens Geld fuer ein Refresco zu geben, ansonsten muesse er dies beim naechsten Mal ausbaden. Martin nimmt 2$ in die Hand und geht zum Zoellner, schuettelt ihm die Hand und wuenscht ihm dabei ein gutes Neues Jahr. Gekonnt wechseln dabei die 2$ den Besitzer und verschwinden sofort in der Hosentasche des Zoellners. Ecuador wir kommen!
Ecuador empfaengt uns, nach anfaenglichem Sonnenschein, mit einem Regenschauer und dickem Nebel. Da kommt Winterstimmung auf. Bereits bei Nacht kommen wir in Otavalo an und checken per Zufall im schoensten Hotel unserer Reise, als einzige Gaeste ein.

2.1.2007 Otavalo
Herrlich geschlafen, beschliessen wir einen weiteren Tag im beschaulichen Otavalo zu verweilen. Wir ziehen nach einem frischen "tomate de arbol Saft" los, den beruehmten Markt in Otavalo zu pluendern. Nach anfaenglichem Zaudern und geschicktem abchecken der Preise beginnen wir erfolgreich die Preise herunterzuhandeln.
Dann wird ausfuehrlich z'Mittag gegessen. Den besten Choclo (Maiskolben) und Maracuja Saft unseres Lebens und weitere Leckereien. So gut und so viel, dass wir den geplanten Nachmittagsausritt ins Wasser fallen lassen und uns einem ausgiebigem Powernap widmen. Dieser wird so ausgiebig, dass es nur noch knapp zu einem Nachtessen reicht um danach ins Bett zu gehen.
Wir schieben unsere Muedigkeit auf die Hoehe. (wir sind mittlerweile wieder auf ueber 2500m).

3.1.2008 Otavalo Quito
Am Morgen geht's nochmals auf dem Markt. Da haben wir doch das eine oder andere gute Stueck noch nicht gekauft. Wir versuchen einfach zu vergessen, dass wir eigentlich gar keinen Platz mehr in unseren Koffern und Seesaecken haben. Wir geniessen es auf die kleinen Indios herabzuschauen.
Ja jetzt sind wir mittendrin in den Anden. Wir koennen es kaum glauben. Gegen Mittag ziehen wir in Richtung Quito los. Das GPS immer in den Augen, denn jeden Moment werden wir den Aequator ueberfahren. Dies passiert in einer Kurve und geht so schnell, dass wir nochmals umdrehen mussten, um einmal im Leben mit einem Bein auf der Nord- und dem anderen auf der Suedhalbkugel zu stehen. (Hat aber nicht wehgetan).
In Quito finden wir, dank Martins Ortskenntnisse auf Anhieb die gewuenschte Strasse. Im Hotel eingecheckt ziehen wir sofort in Richtung plaza de la independencia, um ein paar Touristenfotos zu schiessen. Auf dem Rueckweg werden dann an verschiedenen Orten unsere Baeuche mit allen moeglichen Leckereien gefuellt.






 








Christoph unfd Martin on Tour
Wir freuen uns auf weitere Berichte