 | Reisebericht 26.12.07
- 31.12.07 (Kolumbien)
26.12.07
Panama City Am Morgen Fahrt zum Frachtflughafen, Mopeds bei
Spedition GIRAG abgeben (siehe
Bild).
Absolut unkompliziert, wir fahren bis fast auf's Rollfeld, Sprit bleibt
im Tank, und die Geschichte mit Batterie abhaengen haetten die auch
fast vergessen. Bezahlung Cash am Schalter, dann laengere
Wanderung zum Zollkarbaeuschen irgendwo im Niemandsland, um die Mopeds
aus dem Pass ausstempeln zu lassen. Mit dem "geheiligten" Bus
zurueck in die Stadt (siehe
Bild). Motorradfahrt hin: 30 min, Busfahrt zurueck: 2h. Unterwegs
wird immer mal wieder Oel und Kuehlwasser nachgefuellt, und die dadurch
verlorene Zeit wird durch haarstraeubende Ueberholmanoever und fahren
mit Vollgas wieder wett gemacht. Dennoch ist fuer die
Sicherheit
des Fahrers, und fuer die der Fahrgaeste gesorgt: Neben allen Klebern
mit Heiligenbildern und Mahnungen zu vernuenftigem Verhalten im
Verkehr, gibt es da auch noch einen dicken Schlagstock, und ein grosses
Messer neben dem Fahrersitz, und der Fahrer betet, und bekreuzigt sich
vor der Fahrt.
Abends fahren wir zu einer der Schleusen des Panamakanals (siehe
Bild),
diesmal aber mit dem Taxi. Die Aussichtsterrasse ist schon geschlossen,
aber bei einem Bier zum schweizer Preis (c.a 4 x teurer als anderswo)
duerfen wir von der Terasse des Restaurants fotografieren.
Zurueck im Hotel, treffen wir einen Schweizer der als
Privatkoch
in Los Angeles fuer eine 4 koepfige Familie arbeitet (wohlgemerkt als
einer von zwei Koechen). Budget gegen oben offen, einkaufen mit der
Family Creditcard. Sachen gibt's...
Technikgebroesel mit dem Freund der Hostalbesitzerin, einem
Mechaniker, der stolz Filmchen von seiner eigenen Fahrradkonstruktion
praesentiert.
By the way: Er sucht noch einen Kumpel fuer eine Fahrradtour von
Amsterdam ostwaerts, so weit es geht...(Interesse? Email bei uns
anfragen).
27.12.07 Flug Panama-Pereira-Ibague-Bogota
(2600müM, 7Mio Einwohner)
Wir fliegen mit einer uralten Propellerbuechse mit Beulen,
Rost und Lackschaeden (siehe
Bild) und landen unterwegs zwei mal. Von
40 Plaetzen sind zwischen 15 und 9 besetzt. Bei erster Zwischenlandung
(Pereira) im Niemandsland, winziger Immigration Schalter. Nix
Fingerabdruecke u.a. was eigentlich fuer Kolumbien verlangt wird. Raus
aus Flieger-Stempel-rein in Flieger... so einfach geht das ohne Mopeds.
Ankunft Bogota: 15.30, Mopeds suchen und Krieg der Papiere.
Obwohl
Martin schon Profi ist, dauert die Geschichte wieder drei Stunden. Eine
sich kaum bewegende Maria Emilia Marquez (Beamtenmikado: wer sich
zuerst bewegt hat verloren) nimmt sich unserer Sache ruehrend an. Ihre
familiaeren Gefuehle sind derart ausgepraegt dass sie Martin als Hijo
(Sohn) und einen aelteren Herrn als Padre (Vater) bezeichnet. Um 19.00
sind die Papiere fertig, allerdings will uns der Chef von GIRAG die
Motorraeder zu unserer Sicherheit erst am naechsten Morgen herausgeben.
Zum Glueck, denn wie wir spaeter erfahren, brauchen
Motorradfahrer
in Kolumbien eine Weste, auf welcher die Nummer des Kontrollschildes
aufgenaeht ist. Zudem muss auch der Helm mit der Nummer beklebt sein,
wir waeren also garantiert von der Polizei angehalten worden...und da
waere dann wohl aufgeflogen dass wir fuer Kolumbien keine Versicherung
hatten.
Super Hotel mit c.a. 45 sFR aber ueber unserem Budget.
28.12.07
Am
naechsten Morgen ins "Motorradviertel". Reihenweise Westenverkaufer,
dazwischen alles, von "echter" Motorradwerkstatt bis hin zu
irgendwelchen Jungs mit einem Werkzeugkasten. Diese haben auf dem
voellig oelgetraenkten Buergersteig fein, wenn auch weniger
saeuberlich, Motoren ihrer Kunden in Einzelteilen liegen (mich packt
das Schaudern und ich muss an alle meine Mopedkistchen mit Teilen zu
hause denken...). Wir werden mal wieder von Soldaten aus dem
Quartier weggeschickt, kaufen aber vorher noch je eine bestickte Weste
(meine Stil Biene Maya) (siehe
Bild),
und schliessen zwangsweise eine Haftpflichtversicherung FUER EIN JAHR.
(DAS BUDGET SCHREIT AUTSCH!). Vorbei mit schoenem Hotel und wir ziehen
in ein guenstigeres Hostal um die Ecke (auch sehr gut). Wir
bleiben aber im Candeleria einem wunderschoenen Kolonialstil-Viertel (siehe Bild)
mit kleinen Gaesschen in welchen sich Bar an Bar reiht. Liebe
Braukollegen: Das Bier (Club Colombia) ist herrlich und schmeckt zum
ersten mal seit langem wieder einmal nach Bier und nicht nach Wasser,
oder noch schlimmer. Alles hier in Bogota wirkt extrem
westlich.
Ab zum Flughafen Mopeds holen. Schon in der Frachthalle sind wir die
absolute Attraktion fuer alle Jungs (siehe Bild)
und alle scharen sich um uns. Da die Halle nur Laster-Rampen als
Ausgaenge hat, muessen wir auf den Mopeds zuerst durch die Bueroraeume
zirkeln, bevor es munter lustig die Treppe runter geht (siehe
Bild). Sofort sind Biene Maya und Willi auch dort
von Leuten umzingelt (klaro bei so schoenen Westen...?)
Abends Harley-Davidson of Bogota Shirt. der Laden ist zwar geschlossen
aber wir toben bis wir reingelassen werden. Abendessen:
Filet Mignon und Vegi Lasagne zum Nachtisch. Das Dessert geht bei so
guten Essern natuerlich auf s Haus.
29.12.07 Bogota-Ibaque (wo wir bereits
zwischengelandet sind...)
Mords Verkehr, Bus an Bus
(siehe Bild). Zwei Stunden bis wir aus der Stadt raus sind. Fahrt
schoen, kurvig durch Taeler, viele Lastwagen. Ueberall (wie in ganz
Kolumbien) Militaerkontrollposten mit massiver Besatzung, wir werden
aber in ganz Kolumbien kein einziges Mal kontrolliert. In
einigen
Orten Soldaten die im 10m Abstand durch die Strassen patrouillieren.
Uebernachten und Essen in Ibaque verhaeltnissmaessig teuer,
wahrscheinlich weil wir als Touristen erkannt werden. Zaehes
Jungschwein vom Grill mit Yuca (Spezialitaet)
30.12.07 Ibaque-Popayan
Wunderschoener Pass ueber 3000 Meter ueber Meer mit massiv
vielen
Lastwagen. C.a. 10% der Lastwagen und c.a 5% der Autos scheinen an
diesem Pass stehen zu bleiben. Mobile Mechaniker
sind auf
Motorraedern unterwegs, oder liegen auf der Strasse unter Lastwagen
bzw. Autos. Etliche Bremsreparaturwerkstaetten haben Hochkonjunktur.
Ein Riesenvorteil in Kolumbien: Bei ueblichen
Strassen-Zahlstellen
duerfen Motorraeder gratis passieren (wenn es denn mit den Koffern
durch die engen Spur-Gassen reicht...). Gegen Abend
verabschiedet sich meine Benzinpumpe und ich bleibe zwei mal stehen. Basteln:
Ausbau, Einbau, leer-pumpen, laeuft wieder...
Unterwegs stoppen uns immer wieder Kinder und Jugendliche mit und ohne
Masken (siehe Bild) mittels
Strassensperren und verlangen "Zoll".
Wir fahren einen heissen Reifen, denn es wird bereits dunkel,
und
es ist uns von verschiedenster Seite geraten worden, nicht nach
Einbruch der Dunkelheit unterwegs zu sein. By the way: Die
Geschwindigkeitslimiten in Kolumbien liegen oft bei 30 oder 40km/h, oft
vor harmlosen Kurven aber auch auf kerzengeraden Abschnitten.
Natuerlich sind alle mit mindestens 80km/h unterwegs. Zu unserem
Erstaunen sehen wir trotzdem zweimal Cops mit Radarpistolen am
Strassenrand stehen.
Nach Einbruch der Dunkelheit in Popayan. Super luxurioeses Hotel fuer
40sFR incl. Fruehstueck und Internet. (Ueberhaupt sind die Hotels in
Kolumbien und Ecuador bis jetzt bedeutend sauberer und gepflegter als
in Zentralamerika). Vorspeisen und Dessert aus dem
Supermarkt und geniales Nachtessen im Steakhouse.
31.12.07 Popayan-Pasto
Eigentlich wollen wir heute die Grenze nach Ecuador
erreichen, da wir nicht wissen ob diese am 01.01.08 offen sein wird. Kurz
nach der Abfahrt wird uns klar, dass wir uns auf einem der schoensten
Strassen-Abschnitte befinden, welche wir bis jetzt auf unserer Reise
gesehen haben. Wir nehmen die Hand vom Gas, fahren gemuetlichst und
machen etliche Fotostops. Zuerst Taelerlandschaft und gruene
Huegelketten von unendlicher Weite, dann immer steiler und hoeher und
nur noch spaerliche Vegetation. (Photos
Bergwelten) Mittagshalt: Wir verzichten auf das
Essen denn es sieht uebel aus....zum Glueck... Martin
fragt nach dem "Trinken" nach dem Klo, und wird in die Kueche gebeten.
Am Boden eine Schicht von 2 cm: Abfall aus Fett, Essensresten und
Bananen, mittendrin ein riesiges Schwein. Ihm wird bedeutet an die
Kuechen-Wand zu pinkeln unter welcher sich ein Abfluss befindet. Das
Schwein schaut sich die Sache interessert aus naechster Naehe an. Weiterfahrt:
Immer wieder Geroell und Schotter auf der Strasse, und Leute die sich
mit Werkzeug daneben postieren, um die langsam fahrenden Fahrzeuge
anzuhalten, und nach Geld zu betteln. Spaeter im
Niemandsland immer wieder alte Frauen die am Strassenrand sitzen und
betteln.
Vor allen Haeusern bis zu lebensgrosse Strohpuppen und z.t.
"Fasnachts"-aehnliche Umzuege von Fahrzeugen mit Puppen drauf (siehe
Bild).
Beim ersten Halt in Pasto werden wir sofort von einer riesigen Traube
von Menschen umringt. Die
ueblichen Fragen: woher, wohin, wie schnell, wieviel ccm...? Wir kommen
kaum wieder weg.
Hotel im 70er Jahre-Stil mit genialen stylischen Plastiksesseln.
Restaurants alle geschlossen. Es gibt Pizza, meine ist extrem uebel,
ich passe mich bald an...
Unterdessen werden an allen Ecken oben erwaehnte Strohpuppen
auf
die Strasse gelegt, mit Brandbeschleuniger uebergossen und angezuendet.
Viele sind mit Feuerwerk gefuellt, welches unkontrolliert in alle
Richtungen losgeht, andere werden immer wieder mit
Dynamitstangen-grossen Krachern zur Explosion gebracht. Ueberall gehen
ob der Druckwellen die Alarmanlagen von Autos, und die einer Bank los.
Polizei, Rauch, Alarm, ueberall brennt und kokelt die Strasse... Nix
fuer alte Leute und wir gehen vor 24.00 ins Bett, von wo aus ein eher
langweiliges Feuerwerk zu bestaunen ist.
| Christoph unfd Martin on Tour
Wir freuen uns auf weitere Berichte
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