 | Reisebericht 14.01.08
- 19.01.08
14.01.08 Piura Trujillo
Am 13.01 haben wir es schliesslich noch bis Piura geschafft.
Von hier aus nehmen wir die kuerzere Route durch die Wueste. Es
herrscht heftiger Seitenwind, Schraeglage ist angesagt. Mitten
in der Wueste treffen wir auf 3 Leute. Ihr Auto hat einen platten
Reifen, und keiner der vorbeifahrenden Landsleute haelt an, da
Geruechte besagen, es sei zu gefahrlich. Der schweizer Pannendienst
macht grad Pause und wird eingespannt. (siehe
Bild) Die lieben
Leute haben zwar allerlei lebendiges in ihrem Kofferrraum (siehe Bild),
das noetige Werkzeug zum Reifenwechsel fehlt allerdings. Wir
schnallen unseren Kajaksack ab, kramen unser Werkzeug hervor und packen
mit an. Als Dank werden wir mit lokalen
Herrlichkeiten eingedeckt. Abends
Einfahrt in Trujillo. Die einzigen Verkehrsteilnehmer
scheinen Taxis zu sein. Es wird wie in ganz Peru staendig gehupt,
unglaublich, aber so was haben wir noch nirgends erlebt. Abends
auf Futtersuche quatscht uns ein junger Peruaner an. Er sei auf der
Durchreise nach Ecuador, wir geben ihm Tips, und gehen schliesslich
zusammen Essen. Langen "Schreibens" kurzer Sinn: 2 Tage spaeter finden
wir an einer Tankstelle heraus, dass unser werter Amigo uns sehr
geschickt ueber s'Ohr gehauen und uns (fast) perfektes Falschgeld
angedreht hat. Naja ein Andenken zum Einkleben ins Ferienalbum.
15.01.08 Trujillo-Barranca
Weiterfahrt entlang der Kueste durch spektakulaere
Wuestenlandschaft. Unter den Schaulustigen die abends unsere Ankunft im
Hotel mitverfolgen befindet sich Jose ein Ex Pilot. Er raet uns von
Lima aus nach Machu Picchu zu fliegen, da in der Regenzeit kein
durchkommen sei, und wir wegen der Hoehe (hoechste Passage ueber
4500m uM) in Ohnmacht fallen
wuerden. Auch warnt er uns vor Lima, und
vor Bolivien mit seiner instabilen politischen Lage sowieso.
16.01.08 Barranca-Lima-San Vincente Canete
An einer Tankstelle fliegt auf, dass wir Falschgeld unter die
Leute bringen wollen...siehe 14.01.08. Die Scheine sind fast
perfekt, und die meisten Sicherheitsmerkmale sind extrem gut gemacht.
Wir fahren nach Lima ins Miraflores Viertel, welches ziemlich
sicher sein soll. Es ist ziemlich langweilig, aber wohl der einzige Ort
in Peru an welchem nicht andauernd gehupt wird. Spezielle
Strassenschilder gebieten: "Hupen verboten", und erstaunlicherweise
halten sich die meisten Verkehrsteilnehmer an dieses Verbot. Nach
kurzer Lage-Besprechung sind wir uns einig weiterzufahren. Wir
kommen bis San Vincente Canete, einem Kaff vor dem Pisco Weinbaugebiet.
2 Pisco Sour zum Nachtisch und ein herrlicher Schlaf....
17.01.08
San Vicete Canete-Nasca
Wir fahren immer noch an der Kueste am Pisco-Weingebiet
vorbei.
Direkt am Strand Huehnerfarmen ohne Ende, z.t. bewohnte "Haeuser"
welche nur aus Bambusmatten gebaut sind. In den Siedlungen ueberall
Dreck, Staub und ein zuegiger Wind, der einem das Ganze ins Gesicht
blaest. Oft, ob auf dem Land oder in den Doerfern, machen sich auch
ausserst ueble Duefte breit.
Die Strasse nach Nasca fuehrt uns landeinwaerts. Zwischen
huegeligen Wuestenlandschaften gelegentlich gruene Taeler oder
Landstreifen mit Landwirtschaft. Heftiger Seitenwind. Auf
einer wuestenartigen Ebene schliesslich die Nasca Linien.
Kopie
Wikipedia:
"Die Nasca-Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis
zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen, sowie
Figuren mit einer Größe von zehn bis mehreren hundert Metern, z. B.
Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Fischen (Walen). Oft sind die
figurbildenden Linien nur wenige Zentimeter tief. Durch die enorme
Größe sind sie nur aus großer Entfernung zu erkennen. Die Nasca-Linien
gehören zu den global verbreiteten so genannten Geoglyphen Anhand
archäologischer Vergleiche der Bilder in der Pampa mit Motiven auf
Keramiken der Nasca-Periode wurde angenommen, dass die Geoglyphen
während der Zeit der Nasca-Kultur entstanden sind, die zeitlich
zwischen 200 v. Chr. und 600 n. Chr. anzusiedeln ist. Heute weiß man,
dass die ältesten Figuren bereits etwa zwischen 800 v. Chr. bis 200 v.
Chr. in der Zeit der Paracas-Periode entstanden sind.
Der Schweizer Autor Erich von Däniken veröffentlichte 1968 in seinem
Werk „Erinnerungen an die Zukunft“ die Theorie, die Nazca-Linien
könnten außerirdischen Besuchern als Landebahnen gedient haben. Nach
von Däniken soll das Nazca-Volk dies missverstanden und stattdessen
geglaubt haben, die Linien seien von Göttern errichtet worden,
woraufhin die Nazca die Linien erhalten und ausgebaut haben sollen, um
die Götter zur Erde zurückzulocken".
Vom Aussichtsturm an der Panamericana (siehe Bild)
sind "nur" 2 kleinere Figuren (Baum, Haende) zu erkennen, welche
allerdings schon recht eindruecklich sind.
18.01.08 Nasca-Puquio
Beim morgendlichen Einkaufsbummel und Fruehstueckssuche
stehen wir
ploetzlich vor 2 bepackten Honda Dominator mit BL-Kennzeichen. Die
Eigentuemer Philipp aus Liestal und Dominik aus Zunzgen sind schnell
ausfindig gemacht. Abenteurgeschichten vom Peruanischen Zoll
(2
Wochen Kampf um die Motorraeder temporaer einzufuehren) beim
Fruehstueck. Wir entschliessen uns gemeinsam ein Flugzeug zu chartern
um uns die Nasca Linien aus der luft anzuschauen, was man laut
Reisefuehrer allerdings nur mit leerem Magen tun sollte. Hartes
feilschen um den Preis, bevor es mit einer kleinen Maschine bei 32 C
Innentemperatur bei stuermischen Winden in die Hoehe geht. Um
jede Figur werden 2 steile Links-und 2 steile Rechtskurven geflogen,
natuerlich so steil, dass der Tourist seine Photolinse fast parallel
zum Boden halten kann. Dominik und mir ist es bald nicht
mehr nach "Bilder schiessen", Martin haelt sich ein wenig besser (siehe
Bilder). Philipp
geniesst den Flug und knipst wie ein Grosser... 35
Minuten koennen sooooooo lang sein. Erster Kontakt mit Mutter Erde:
Liegen im Gras, Beine hoch. Dann ab in den Sattel, tanken und rauf, von
1000muM auf 3500muM in Richtung Puquio. Doch
der Ritt ist von kurzer Dauer. Der getankte Sprit hat eine
aussergewohnliche Farbe und die Partikel welche diese bedingen, lassen
Dominiks Vergaser-Schwimmer klemmen. Vergaserausbau und
"Entkruemelung". Wunderschoener Sonnenuntergang. Leider
trennen uns von Puquio noch c.a 3.5 Stunden Fahrt in Regen und Nebel
(keine 3m Sicht). Die
"Srasse" ist eine asphaltierte Katastrophe aus Kraterfeldern mit
riesigen Loechern und Schutt. Immer wieder tauchen unverhofft Lastwagen
aus dem Nebel auf oder setzen zu gewagten Ueberholmanoevern (bei Sicht
=0) an.
Gegen 22.00 Einfahrt in Puquio, einem einzigen Schlammloch
aus
welchem eine halsbrecherische Rampe in die Hotelgarage fuehrt.
Nicht nur die Mopeds, auch wir leiden alle (ausser Philipp) unter der
Hoehe: Uebelkeit verschiedenen Grades, Schwindel, maessiger bis gar
kein Appetit.
19.01.08 Puquio-Abancay
Fruehstueck im Hotel. Wir treffen 2 aeltere Kanadier deren
Reisebus
nachts um ein Uhr frontal mit einem Lastwagen kollidiert ist. Die Frau
des einen liegt zusammen mit etlichen Verletzten im nahen Spital.
Garage, Rampe, Schlamm. Wir passieren einen weiteren
Bus-Lastwagen
Frontalcrash der sich eben erst ereignet hat, kurven hinauf auf ueber
4500muM (siehe Bild) und geniessen die
wunderschoene Hochebene mit Lamas (siehe
Bild), Alpacas und Condoren. Bei einer Photopause
kommt uns eine Gruppe von Motorradfahrern mit Begleitfahrzeug entgegen.
Bruno
von Arx, ein Schweizer, organisiert seit 17 Jahren gefuehrte
Motorradtouren (PERUMOTO) durch Peru. Geplauder und gute Tips.
Rauf und runter, kurvige schoene Strassen mit gutem Belag bis
Abancay. Hotel Tourismo: Aussen hui, innen Pfui und fuer Peru teuer,
trotz Preisreduktion durch Nennung von Peru Motos. Super
Nachtessen mit Fleisch vom heissen Stein...leider nicht fuer mich:
Nachwehen vom Amazonas...12h Schlaf mit unschoenen Unterbruechen...
| Christoph unfd Martin on Tour
Wir freuen uns auf weitere Berichte
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